Sammelhinweise

Wildkräuter sammeln und die Gesundheit

Sammeln Sie nur Wildpflanzen, die Sie eindeutig bestimmen können

Es kann sein, dass Sie sonst einen giftigen Doppelgänger mitnehmen, der ihrer Pflanze sehr ähnlich sieht. Von manchen Wildpflanzen kann man sich allein durchs Anfassen heftige Verbrennungen holen, z.B. von Riesenbärenklau.

Lesen Sie immer die Inhaltsstoffe durch.

Es gibt einige essbare Wildkräuter, die bestimmte Wirkstoffe in unterschiedlicher Konzentration beinhalten, die bei manchen Menschen zu einer Allergie oder sonstigen Symptomen führen können. Lesen Sie immer die Inhaltsstoffe zu den Wildkräutern durch und gewöhnen Sie sich erst mit kleineren Mengen daran und das für jede Pflanzenart.

Sammeln Sie nur gesunde und saubere Teile von Wildpflanzen.

Wildkräuter, die krank oder von Insekten(eiern), Schnecken befallen wurden oder verschmutzt sind, sind lieber nicht zu ernten.

Sammeln Sie Wildpflanzen nur an geeigneten Stellen.

Sammeln Sie nicht an verschmutzten oder umweltbelasteten Plätzen. Vermeiden Sie befahrene Straßenränder, Wege, die von Hundefreunden benutzt werden, Felder mit (Natur-)Düngemitteln, chemisch behandelte Landwirtschaf, anliegende Felder von umweltbelastender Industrie, etc.

Verwenden Sie die Wildpflanzen ganz frisch nach der Ernte.

In relativ kurzer Zeit nach der Ernte gehen viele Wirkstoffe oder Vitamine verloren.

Verwenden Sie nie die giftig eingestuften Pflanzen.

Auch wenn Sie Rezepte und Hinweise zu deren Verwertung in älteren Büchern finden.

Nach jeder Wanderung ist eine Zeckenkontrolle empfohlen.

Nach einer Wildkräuterwanderung sollten Sie sich unmittelbar oder spätestens 6 Stunden danach nach Zecken untersuchen. Süd-Deutschland ist ein Zeckengebiet und es gibt hohe Wahrscheinlichkeit, dass Sie nach einer Wanderung mindestens eine Zecke mit nach Hause nehmen. Informieren Sie sich über Zecken, mögliche Erkrankungen nach einem Zeckenbiss, Impfungen, Zeckenschutzmittel, usw. Praktisch wäre eine Zeckenzange mitzutragen, um die Zecke richtig aus der Haut zu entfernen.

Vermeiden Sie Plätze, an denen der Fuchs haust oder offensichtlich aktiv ist.

Es gibt zwar keine dokummentierten Fälle von Fuchsbandwurmansteckung durch gesammelte Wildkräuter, jedoch sollten Sie auch darauf achten und die geringe Wahrscheinlichkeit weiter minimieren.

Wildkräuter sammeln und der Naturschutz

Sammeln Sie keine geschützten Wildpflanzen.

Es ist verboten besonders geschützte oder streng geschützte Wildpflanzen zu sammeln.

Sammeln Sie keine Wildpflanzen an unerlaubten Plätzen.

Es ist verboten Pflanzen in Nationalparks, Naturschutzgebieten und Flächennaturdenkmalen zu sammeln.

Versuchen Sie sich die besonders geschützten und die streng geschützten Arten einzuprägen.

Die besonders geschützten Arten sind nicht zu pflücken oder auszugraben. Die streng geschützten Arten sind darüber hinaus auch nicht zu stören, z.B. durch Fotografieren oder Veränderung des Standortes.

Laden Sie sich aus dem Internet die Liste (Bundesnaturschutzgesetz, Anhänge der Bundes-Artenschutzverordnung, Naturschutzgesetz der Länder) der besonders geschützten Arten und der streng geschützten Arten der Bundesrepublik und des jeweiligen Bundeslandes runter und orientieren Sie sich bitte daran. z.B. Bärlauch ist in nördlichen Bundesländern geschützt, kann aber hier im Süden gesammelt werden.

Im Bundesnaturschutzgesetz sind darüber hinaus auch alle CITES-A-Arten und CITES-B-Arten besonders geschützt und die FFH-Arten streng geschützt (CITES = Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, Washingtoner Artenschutzabkommen; FFH = Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie des Council of the European Communities).

Sammeln Sie keine gefährdeten Pflanzen.

Suchen Sie nach der „Roten Liste“ der gefährdeten Wildpflanzen der Bundesrepublik und des jeweiligen Bundeslandes und versuchen Sie, sich von diesen Pflanzen, möglichst viele einzuprägen.

Sammeln Sie nur Wildpflanzen, die Sie sicher bestimmen können.

Es könnte sonst sein, dass sie das letzte Exemplar der Region oder des Landes kaputtmachen. Sind Sie unsicher, lassen Sie die Pflanze lieber stehen und übernehmen Sie dafür Verantwortung.

Wenden Sie eine schonende Technik für die Bestimmung unbekannter Pflanzen an.

Auch wenn die unbekannte Pflanze im größerem Bestand vorkommt, entnehmen Sie nur die dafür benötigten einzelnen Pflanzenteile, wie ein Blatt, eine Blüte oder fotografieren Sie die Pflanze in Details.

Pflücken Sie keine Wildpflanzen, die an der Stelle nur vereinzelt vorkommen.

Lieber nur dort, wo der Bestand gleicher Wildpflanzen groß ist. Sie unterstützen damit mehr Pflanzenvielfalt.

Ernten Sie nur so viele Pflanzenteile, dass die Wildpflanze sich erholen kann.

Z.B wenn mensch nur ein Blatt pro Bärlauchpflanze erntet, dann hat die Pflanze noch ausreichend Kraft, Speicher im Zwiebeln für das nächste Jahr zu bilden und wird nicht verkümmern.

Ernten Sie nicht zu viele Wurzeln oder Samen an einer Stelle.

Sie können dadurch den Bestand gefährden. Lassen Sie auch für andere Wildkräutersammler und für das nächste Mal übrig.

Treten Sie vorsichtig die Sammelstelle ein.

Wenn Sie Wildpflanzen sammeln, schauen Sie sich um, ob Sie nicht andere, seltene oder geschützte  Wildpflanzen dabei zertreten.

Ernten Sie Wildkräuter aus dem eigenen Garten.

Merken Sie sich lieber die Stellen mit seltenen Pflanzen und kehren Sie zum geigeneten Zeitpunkt zurück um sich ein paar wenige Samen für den eigenen Garten oder Raum zu holen. Die Wildpflanze wird nichts dagegen haben, wenn die neuen Lebensbedingungen der natürlichen entsprechen.

Viele Wildkräuter kommen von allein in Ihrem Garten vor, auch seltenere. Geben Sie denen Lebensraum und nutzen sie auch.

Machen Sie in den Vereinen für Naturschutz und Naturpflege mit.

Dadurch ergeben sich weitere Möglichkeiten, wie Sie Ihr Wissen über Wildpflanzen vertiefen können und Sie tragen zur Erhaltung unserer Natur bei.

Praktische Tipps

Welche Pflanzen, wofür und wieviel Sie davon brauchen.

Machen Sie sich vor dem Sammeln darüber Gedanken, was sie mit den Wildpflanzen machen möchten und welchen Menge Sie davon brauchen.

Pflücken Sie nur die Pflanzenteile, die Sie brauchen und ohne Verunreinigungen.

Sodass Sie zu Hause die Pflanzenteile nur noch waschen müssen. Sonst müssen Sie die Arbeit zweimal machen. Gut ist es, die Pflanzen auch gleich vor Ort zu sortieren.

Sie sollten ein Bestimmungsbuch dabei haben.

So können Sie jederzeit die Details überprüfen, wenn Sie versuchen unbekannte Pflanzen zu bestimmen.

Nehmen Sie Messer oder Schere mit.

Abzwicken mit dem Daumen und Zeigefinger ist auch möglich. Ausreißen schädigt die Pflanze oder ihre Wurzel.

Benutzen Sie Handschuhe für hautreizende Pflanzenteile.

Z.B. wenn Sie Brennnessel sammeln.

Nehmen Sie einen Handspaten mit.

Um Wurzeln auszugraben oder Wurzelteile schonend zu untersuchen.

Transportieren Sie die Pflanzenteile in luftigen Behältern.

Dafür eignen sich z.B. Körbe, steife Papiertaschen oder Kühlhaltetaschen.

Je nach Jahreszeit sind bestimmte Pflanzenteile zu ernten oder zu vermeiden.

In den jungen Pflanzen hat man mehr Eiweiss, weniger Zellulose, etc. Nach der Blüte ist bei manchen Pflanzen das Sammeln nicht empfohlen, weil sich die Konzentration von bedenklichen Wirkstoffen erhöht, z.B. Scharbockskraut, nur vor der Blüte sammeln.